Dem inneren Kritiker die Stirn bieten

An den Start kommen. Warum ist das eigentlich so schwer? Warum blockieren wir uns ständig selbst? Bei mir spielen da ganz klar die Erwartungen rein. Hohe Erwartungen an mich und meinen Output. Dass ich nur das Beste liefern will.

Folgt man Personen, die im Leben erfolgreich sind und ihren Traum verwirklicht haben, hört man immer wieder Sätze wie: „Fang an bevor du bereit bist“. Also quasi Learning by Doing. Klar, macht ja auch Sinn. Denn nur mit theoretischem Wissen kommt man nicht weit. Man muss es auch in der Praxis umsetzen können und die Techniken komplett verinnerlichen. Damit man nicht mehr überlegen muss wie man dieses und jenes angeht, sondern ganz einfach intuitiv richtig handelt.

Der Quell des Ăśbels

Das Problem entsteht allerdings dann, wenn man zu selbstkritisch ist. Sich selbst und sein Handeln kontinuierlich hinterfragt. Dann ist man nie gut genug, um anzufangen. Schiebt Dinge raus. FĂĽhlt sich klein, schwach und ohnehin erfolglos. Ein echter Teufelskreis.

Kommt dir bekannt vor? Mir auch. Nur zu gut. Und trotzdem will ich das nicht akzeptieren. Ich will selbst zum Macher werden. Mir beweisen, dass ich es durchziehen kann. Dass ich mit genĂĽgend FleiĂź erfolgreich sein kann. Allerdings baue ich mir damit schon wieder einen immensen innerlichen Druck auf, der mich sofort wieder zweifeln lässt. Mich in meinen Sessel zurĂĽck zwängt und mir einredet: Lass es sein, das wird doch ohnehin nichts. Was gibst du dir ĂĽberhaupt so viel MĂĽhe? 

You know what? Mach das, was dich glĂĽcklich macht

Aber der, der da spricht, ist nur mein innerer Kritiker, den ich ĂĽber Jahre gepflegt habe. Er hat es sich richtig gemĂĽtlich gemacht, in der groĂźen Wohnung, die ich Seele nenne. Und eines kann ich euch sagen: Er ist ein fauler besserwisserischer Hund. Er sitzt da, in seinem pompösen Wohnzimmer, in seinem verschnörkelten Ohrensessel, die Chips in der einen und das Bier in der anderen Hand und kritisiert, obwohl er selbst nichts erreicht hat. Er profiliert sich ĂĽber die Schwächen der anderen (also meine) und nutzt das, um sich selbst gut zu fĂĽhlen. Er fĂĽhlt sich dann mächtig und ĂĽberlegen und verdrängt so, dass er eigentlich nur ein kleiner Wicht ist. Aber weil ich schon seit so vielen Jahren auf seine Meinung höre, fällt es mir schwer mich dagegen aufzulehnen. Ihm seinen bissigen Hohn abzusprechen, der mir kontinuierlich entgegenschlägt und ihm handfeste Argumente entgegen zu halten. 

Doch eines hat sich geändert. Neulich, als der Kritiker für einen Moment unachtsam war und ich mich in seiner immensen Wohnung umsehen konnte, ist mir etwas aufgefallen. Etwas, das ich vorher noch nie so im Detail wahrgenommen habe. Eine kleine Tür, direkt hinter dem großen Sofa. Ein bisschen wie in „Being John Malkovich“. Neugierig wie ich war, habe ich mich hineingewagt und meinen Blick kurz schweifen lassen. Dabei habe ich ihn entdeckt. Meinen inneren Freund. Den gut gelaunten, positiv denkenden Clown, der vom Kritiker einfach weggesperrt wurde. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und einen Plan geschmiedet.

Niemand hat die Absicht einen Kritiker zu stĂĽrzen

Richtig vermutet: Es ist ein Plan gegen den Kritiker. Wir wollen ihn stürzen. Putschen. Ihn selbst für eine Zeit in den Kerker sperren, damit er erkennt, dass er nicht das mächtigste Wesen auf Erden ist. Zur Vernunft kommt und nur noch kritisiert, wenn es angebracht ist, anstatt alles schlecht zu reden.

Wir wollen nicht mehr akzeptieren, dass wir uns selbst verleugnen und zurĂĽcknehmen, um der Meinung eines Anderen Folge zu leisten, obwohl wir es selbst insgeheim besser wissen (oder besser zu wissen glauben). Selbst wenn wir falsch liegen und am Ende scheitern, ist das immer noch besser als ĂĽberhaupt gar nicht erst begonnen zu haben. Oder etwa nicht?

Why do we fall, Sir? So that we could learn to pick ourselves up

Immer wieder höre ich, das Scheitern zum Wachsen dazu gehört. Dass erfolgreiche Menschen immer wieder gescheitert sind, bevor etwas geklappt hat. Und dass sie sich nicht haben unterkriegen lassen und ihr Durchhaltevermögen am Ende belohnt wurde. Manchmal glaube ich, dass es manche Menschen einfacher haben als andere erfolgreich zu sein. Menschen, die nicht so viel über ihre Handlungen und die möglichen Konsequenzen nachdenken wie ich es tue. Denen es ins Blut gelegt zu sein scheint, zum Macher berufen zu sein. Aber vermutlich ist das zu kurz gedacht. Denn birgt die Reflektion nicht auch ein immenses Potenzial? Warum fokussiere ich mich auf Fehler, wenn ich mich auch auf Lösungen konzentrieren könnte? Warum sehe ich lieber die negativen Folgen als dass was Positives resultieren könnte? Ist es nicht viel mehr so, dass ich durch die richtige Reflektion und das richtige Mindset meine Ziele noch schneller erreichen kann?

Mit sich selbst im Reinen sein

Daran möchte ich glauben. Oder halt. Ein bisschen Commitment, wenn ich bitten darf: Daran glaube ich! Auch wenn es an vielen Tagen – den meisten – schwer ist daran festzuhalten. Schwer sich auf die guten Dinge zu fokussieren anstatt negative Gedanken zu pushen. Eines ist jedoch klar: Ich habe ein Ziel vor Augen. Ich möchte unbeschwert leben. Mit mir im Reinen sein. Mich selbst lieben. Und das geht nur durch kontinuierliches Training. Durch das Stärken des inneren Freundes.

Warum es illusorisch ist von heute auf morgen alles verändern zu wollen, darüber mache ich mir ein anderes Mal Gedanken.

Bis dahin erstmal vielen Dank, fĂĽrs Zuhören! Wie immer freu ich mich ĂĽber Feedback, wenn dich der Beitrag interessiert hat oder du dich in meinen kruden Gedanken wiedergefunden hast. Deine RĂĽckmeldung zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Also meld dich bei mir! Gerne ĂĽber Instagram oder ĂĽber getstarted@videxus.de. 

Bis dahin: Nur das Beste! 

Dein Robert a.k.a. Videxus

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden deines Kommentares stimmst du den Datenschutzbedingungen und der Veröffentlichung deines Namens zu. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.