Produktivitätszwang

Wenn man krank ist muss man sich auskurieren. Ausspannen und zur Ruhe kommen. Manchmal ist das leichter gesagt als getan. Mir fällt es in letzter Zeit schwer locker zu lassen. Wirklich abzuschalten. Immer spüre ich diesen immensen Drang etwas tun zu müssen. Produktiv zu sein.

Produktivitätszwang

Selbst jetzt, wo ich mit schmerzhaften Schluckbeschwerden und vollgepumpt mit Antibiotika auf dem Sofa liege, denke ich lediglich: Eigentlich müsstest du die Zeit jetzt nutzen und Blogbeiträge für die nächsten Tage vorbereiten – du warst ja immerhin am Wochenende schon nachlässig. Du könntest dir mehr Gedanken über das Konzept deines YouTube-Channels machen oder filmen und fotografieren, um neuen Content schaffen, den du verwerten kannst. Du könntest Tutorials gucken, um dich weiterzubilden. Du könntest, du müsstest, du solltest.

Es ist okay unproduktiv zu sein

All das löst in mir einen immensen inneren Stress aus. Stress, den ich mir in gewisser Weise selbst auferlegt habe in dem ich mir die 28 Tage Challenge gesetzt habe. Wieder einmal merke ich, dass ich mich mit meinen Zielen zuweilen überfordere. Zumindest fühlt es sich so an. Und das Gefühl ist hartnäckig, will sich in meinem Kopf einnisten und in die schwarze Kammer meiner Seele drängen.
Das Resultat: Ich liege lethargisch rum, grüble nach und fühle mich schlecht. Dabei gibt es dazu überhaupt keinen Grund. Es ist okay krank zu sein. Es ist okay unproduktiv zu sein. Ich bin ernsthaft krank und brauche Ruhe.

Schneller, Höher, Weiter

Diese innere Erwartungshaltung, dieses manifestierte „Schneller, Höher, Weiter“ strengt ungemein an. Gefühlt trete ich auf der Stelle, erreiche nichts, entwickle mich nicht schnell genug. Lasse Chancen ungenutzt liegen, um schneller irgendwelche Ziele zu erreichen, von denen ich noch nicht einmal weiß, wie ich sie formulieren soll. Und wenn ich mir das bewusst mache, tief durchatme und zur Ruhe kommen will, fühlt es sich einfach falsch an. Als würde ich mir nur gut zureden und falsche Argumente finden, warum es okay ist jetzt mal nichts zu machen. Das Gedankenkarussell dreht und dreht sich. Runde um Runde um Runde.

Schreibtherapie

Es wird also Zeit auszusteigen. Was mir dabei hilft, ist meine Gedanken zu Papier zu bringen. Mir den ganzen Wust einfach von der Seele zu schreiben. Schreibtherapie sozusagen. Das leert den Kopf und macht frei. Eine kurzzeitige Pause auf dem Jahrmarkt in meinem Kopf. Ticketschalter geschlossen. Kommen Sie morgen wieder.

Das Beste daran: Ich schlage gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn durch das Niederschreiben meines inneren Seelenchaos habe ich direkt einen neuen Text für meinen Blog. Das war‘s dann also für heute. Füße hochlegen und guten Gewissens entspannen ist angesagt. Na denn man tau!

Just do it!

Okay, es wird Zeit. Seit Monaten drehen sich meine Gedanken im Kreis. Ich grüble darüber nach, was ich alles tun und was ich alles anpacken könnte. Über was ich alles schreiben könnte. Und was passiert? Ich prokastiniere. Schiebe alles vor mir her. Bin unsicher, ob die Themen überhaupt interessant sind. Ob ich Mehrwert liefern kann. Ob ich dem ganzen überhaupt gewachsen bin.

Kurz gesagt: Bla, bla, bla, mimimi.

Dabei habe ich doch selbst vor kurzem erst geschrieben, dass es wichtig ist an den Start zu kommen und einfach mal zu machen. Die letzten Tage habe ich von verschiedenen Seiten enorme Inspiration erfahren und daher möchte ich es jetzt angehen. Ich setze mir selbst eine Challenge und nehme an #28daysofblogging teil. Den ganzen Februar über möchte ich jeden Tag einen Blogpost raushauen, um eine gewisse Routine im Schreiben zu entwickeln.

Schlaue Sprüche mit viel Wahrheit

Für mich ein hochgestecktes Ziel. Denn noch habe ich ehrlich gesagt absolut keine Ahnung, über was ich alles schreiben soll und ob mir jeden Tag ein gutes Thema einfällt. Letztendlich ist das aber auch völlig egal. Die Devise heißt: Just do it. Genauso gut könnte ich auch zahlreiche andere schlaue Sprüche an dieser Stelle zitieren – etwa „Do what you can’t“, „Better done than perfect“ oder „It’s okay to suck”. Am Ende des Tages zählt doch nur, dass ich es angegangen bin. Meine Komfortzone verlassen habe und ins Handeln gekommen bin.

Denn, wenn ich es durchziehe, habe ich etwas auf das ich stolz zurückblicken kann. Das mich vielleicht ein kleines Stück zu mir selbst führt. Mir zeigt, dass das ganze Gedankenkarrussel wieder völlig unnötig und unbegründet war und die Angst vor dem Scheitern völlig unbedeutend und nichtig ist.

Ich freue mich auf die Herausforderung!

Für heute streiche ich die Segel, auch wenn dieser Post entschieden kürzer ist als meine letzten. Aber weißt du was? Scheiß drauf! Immerhin habe ich mich hingesetzt und die Disziplin bewiesen überhaupt noch was zu schreiben.

Wir sehen uns morgen wieder. Und den Tag danach. Und… Du weißt schon. 

Over and out.

Dein Robert a.k.a. Videxus