Innere Zuversicht

Es ist morgen und es ist einer dieser Augenblicke, die man mit dem Herzen wahrnimmt. Die ersten Sonnenstrahlen treffen auf die Berge um mich herum. Ruhig liegt sie da, die Welt. Still, majestĂ€tisch, ein Fels in der Brandung. Kaum lĂ€sst sich beschreiben wie entspannend sie auf mich wirkt in diesem Moment. Hier, im Schatten der Berge komme ich runter. Lasse die hetzenden Gedanken fĂŒr einen Moment los. Ich bin fasziniert vom Naturschauspiel. Vom Nebel, der in leichten Schwaden aus dem Flussbett aufsteigt als wĂŒrde er gerade sanft aus dem Schlaf geweckt. Ich atme ein. Tief und bewusst. Sauge die Kraft des Augenblicks in meine Lungen. SpĂŒre die Kraft der Berge. FĂŒhle die Steine unter meinen FĂŒĂŸen. Ich bin dankbar. Dankbar fĂŒr diese Moment der Schönheit. Dankbar, dass ich all das mit meinen eigenen Augen sehen kann. Mit meinen eigenen Sinnen spĂŒren kann. Mit jeder Faser meines Körpers fĂŒhlen kann.

Innere Zuversicht

Ich ziehe die Schuhe aus und stapfe mit nackten FĂŒĂŸen durch das Flussbett. Genieße das kalte Wasser, das meine Beine umspĂŒlt und schließe die Augen. Fokussiere mich auf die GerĂ€usche, den Geruch und den Geschmack der Luft. Mein Herz bebt. Ist freudig erregt und blickt voller Zuversicht in die Zukunft. Ich weiß, dass ich jede HĂŒrde nehmen kann. Ich spĂŒre eine tiefe innere Gewissheit, dass ich alle Herausforderungen meistern werde. Egal was kommt: Ich bin ihm gewachsen.

Wachstum

Mit dieser Gewissheit wandere ich weiter. In die Sonne und in den Tag hinein. Schritt fĂŒr Schritt in Richtung Zukunft. Die Sonne hat die Bergkette ĂŒberschritten und flutet das Tal nun sanft mit ihren lieblichen Strahlen. Ich fĂŒhle ein leichtes Kribbeln auf meiner Haut. WĂ€rme steigt in mir auf. Mit jeder Minute, mit jedem Zentimeter, den die Sonne am Himmelszelt empor steigt, werden ihre Strahlen krĂ€ftiger. Genau wie wir – die doch im Lauf ihres Lebens auch immer weiter wachsen und stĂ€rker werden. Probleme als Herausforderungen betrachten. Zu uns selbst finden.

Seelenfeuer

Momente wie dieser prĂ€gen unser Wesen, geben uns Zuversicht und Ruhe und den Glauben an eine positive Zukunft. Wir mĂŒssen sie nur wahrnehmen. Mit all unserer Sinnen. Und ganz tief in der Seele abspeichern. Denn in den dunklen Stunden unseres Lebens können wir davon zehren. Uns zurĂŒck erinnern und das wĂ€rmende GefĂŒhl in unserer Seele neuerlich aufflammen lassen.

In den kleinen Momenten steckt das Leben. Nimm es wahr. Mach es dir im hektischen Alltag bewusst. Sei aufmerksam. Dann wird dich eine tiefe innere Zufriedenheit erfĂŒllen.

ProduktivitÀtszwang

Wenn man krank ist muss man sich auskurieren. Ausspannen und zur Ruhe kommen. Manchmal ist das leichter gesagt als getan. Mir fĂ€llt es in letzter Zeit schwer locker zu lassen. Wirklich abzuschalten. Immer spĂŒre ich diesen immensen Drang etwas tun zu mĂŒssen. Produktiv zu sein.

ProduktivitÀtszwang

Selbst jetzt, wo ich mit schmerzhaften Schluckbeschwerden und vollgepumpt mit Antibiotika auf dem Sofa liege, denke ich lediglich: Eigentlich mĂŒsstest du die Zeit jetzt nutzen und BlogbeitrĂ€ge fĂŒr die nĂ€chsten Tage vorbereiten – du warst ja immerhin am Wochenende schon nachlĂ€ssig. Du könntest dir mehr Gedanken ĂŒber das Konzept deines YouTube-Channels machen oder filmen und fotografieren, um neuen Content schaffen, den du verwerten kannst. Du könntest Tutorials gucken, um dich weiterzubilden. Du könntest, du mĂŒsstest, du solltest.

Es ist okay unproduktiv zu sein

All das löst in mir einen immensen inneren Stress aus. Stress, den ich mir in gewisser Weise selbst auferlegt habe in dem ich mir die 28 Tage Challenge gesetzt habe. Wieder einmal merke ich, dass ich mich mit meinen Zielen zuweilen ĂŒberfordere. Zumindest fĂŒhlt es sich so an. Und das GefĂŒhl ist hartnĂ€ckig, will sich in meinem Kopf einnisten und in die schwarze Kammer meiner Seele drĂ€ngen.
Das Resultat: Ich liege lethargisch rum, grĂŒble nach und fĂŒhle mich schlecht. Dabei gibt es dazu ĂŒberhaupt keinen Grund. Es ist okay krank zu sein. Es ist okay unproduktiv zu sein. Ich bin ernsthaft krank und brauche Ruhe.

Schneller, Höher, Weiter

Diese innere Erwartungshaltung, dieses manifestierte „Schneller, Höher, Weiter“ strengt ungemein an. GefĂŒhlt trete ich auf der Stelle, erreiche nichts, entwickle mich nicht schnell genug. Lasse Chancen ungenutzt liegen, um schneller irgendwelche Ziele zu erreichen, von denen ich noch nicht einmal weiß, wie ich sie formulieren soll. Und wenn ich mir das bewusst mache, tief durchatme und zur Ruhe kommen will, fĂŒhlt es sich einfach falsch an. Als wĂŒrde ich mir nur gut zureden und falsche Argumente finden, warum es okay ist jetzt mal nichts zu machen. Das Gedankenkarussell dreht und dreht sich. Runde um Runde um Runde.

Schreibtherapie

Es wird also Zeit auszusteigen. Was mir dabei hilft, ist meine Gedanken zu Papier zu bringen. Mir den ganzen Wust einfach von der Seele zu schreiben. Schreibtherapie sozusagen. Das leert den Kopf und macht frei. Eine kurzzeitige Pause auf dem Jahrmarkt in meinem Kopf. Ticketschalter geschlossen. Kommen Sie morgen wieder.

Das Beste daran: Ich schlage gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn durch das Niederschreiben meines inneren Seelenchaos habe ich direkt einen neuen Text fĂŒr meinen Blog. Das war‘s dann also fĂŒr heute. FĂŒĂŸe hochlegen und guten Gewissens entspannen ist angesagt. Na denn man tau!

Just do it!

Okay, es wird Zeit. Seit Monaten drehen sich meine Gedanken im Kreis. Ich grĂŒble darĂŒber nach, was ich alles tun und was ich alles anpacken könnte. Über was ich alles schreiben könnte. Und was passiert? Ich prokastiniere. Schiebe alles vor mir her. Bin unsicher, ob die Themen ĂŒberhaupt interessant sind. Ob ich Mehrwert liefern kann. Ob ich dem ganzen ĂŒberhaupt gewachsen bin.

Kurz gesagt: Bla, bla, bla, mimimi.

Dabei habe ich doch selbst vor kurzem erst geschrieben, dass es wichtig ist an den Start zu kommen und einfach mal zu machen. Die letzten Tage habe ich von verschiedenen Seiten enorme Inspiration erfahren und daher möchte ich es jetzt angehen. Ich setze mir selbst eine Challenge und nehme an #28daysofblogging teil. Den ganzen Februar ĂŒber möchte ich jeden Tag einen Blogpost raushauen, um eine gewisse Routine im Schreiben zu entwickeln.

Schlaue SprĂŒche mit viel Wahrheit

FĂŒr mich ein hochgestecktes Ziel. Denn noch habe ich ehrlich gesagt absolut keine Ahnung, ĂŒber was ich alles schreiben soll und ob mir jeden Tag ein gutes Thema einfĂ€llt. Letztendlich ist das aber auch völlig egal. Die Devise heißt: Just do it. Genauso gut könnte ich auch zahlreiche andere schlaue SprĂŒche an dieser Stelle zitieren – etwa „Do what you can’t“, „Better done than perfect“ oder „It’s okay to suck”. Am Ende des Tages zĂ€hlt doch nur, dass ich es angegangen bin. Meine Komfortzone verlassen habe und ins Handeln gekommen bin.

Denn, wenn ich es durchziehe, habe ich etwas auf das ich stolz zurĂŒckblicken kann. Das mich vielleicht ein kleines StĂŒck zu mir selbst fĂŒhrt. Mir zeigt, dass das ganze Gedankenkarrussel wieder völlig unnötig und unbegrĂŒndet war und die Angst vor dem Scheitern völlig unbedeutend und nichtig ist.

Ich freue mich auf die Herausforderung!

FĂŒr heute streiche ich die Segel, auch wenn dieser Post entschieden kĂŒrzer ist als meine letzten. Aber weißt du was? Scheiß drauf! Immerhin habe ich mich hingesetzt und die Disziplin bewiesen ĂŒberhaupt noch was zu schreiben.

Wir sehen uns morgen wieder. Und den Tag danach. Und… Du weißt schon. 

Over and out.

Dein Robert a.k.a. Videxus

Das Leben ist eine Reise…

Hast du schon mal einen Urlaub geplant ohne genau zu wissen was dein Reiseziel sein soll? Dich durch etliche Reisewebseiten gekĂ€mpft und LĂ€nder, Hotels und Preise verglichen? Wenn du mich fragst, ist das ganz schön nervenaufreibend. Irgendwann komme ich immer an den Punkt, an dem ich am liebsten alles an die Wand werfen wĂŒrde. Völlig ĂŒberfordert mit der ganzen Auswahl. Es soll schließlich alles perfekt werden, damit man möglichst viele schöne Erinnerungen mit nach Hause nimmt.

Stillstand

Was der Urlaub im Kleinen ist, ist das Leben im Großen. Auch hier macht man gern viele PlĂ€ne. Malt sich aus, wie man leben möchte. Pflegt gewisse Vorstellungen wie das Leben zu sein hat. Auch das kann ganz schön anstrengend sein. Vor allem, weil sich das Leben so meist nicht planen lĂ€sst. Es kommt stĂ€ndig was dazwischen, das die eigenen PlĂ€ne durchkreuzt. Wenn man ein Kopfmensch ist, kann das schnell zur großen Belastung werden. Dann passiert es schnell, dass man alle möglichen Konsequenzen reflektiert, die das eigene Handeln auf das zukĂŒnftige Leben und zukĂŒnftige Entscheidungen haben könnte. Doch das fĂŒhrt letztendlich zu einer einzigen Situation: Stillstand. Man verharrt an der Weggabelung, weil man Angst hat, man könnte den falschen Weg gehen. Will von Anfang an wissen, ob der Weg, den man betritt, der ultimativ richtige ist. Ob nicht doch Abzweigung drei von zehn besser wĂ€re. Man dreht sich im Kreis. Immer und immer wieder. Und das strengt unendlich an.

Von wogenden Wellen

Es gibt viele Sinnbilder, die einem helfen können dieses zwanghafte Planen etwas zu besĂ€nftigen. Eines der bekanntesten ist wohl das des Meeres mit seinen großen und kleinen Wellen. Je mehr man gegen den Strom und die Wellen ankĂ€mpft, umso schwerer und anstrengender ist es. LĂ€sst man sich allerdings einfach treiben und nimmt die Wellen wie sie kommen, geht alles auf einmal viel leichter.

Genieße das Abenteuer

Eines, das mir besonders hilft, ist es das Leben einfach als Reise zu betrachten. Als Abenteuer. Als großen Backpacking-Trip, bei dem du den großen Rucksack mit all deinen Erfahrungen und Erinnerungen auf den Schultern trĂ€gst. Du gehst einfach los, ohne Ziel, dafĂŒr voller Sehnsucht und Freude und blickst dem was dich erwartet offen entgegen. Du bist auf deiner Reise nicht allein. Immer wieder begleitet dich jemand. Manche Personen begleiten dich ein großes StĂŒck des Weges, andere nur fĂŒr ein kurzes Intermezzo und einige kreuzen deine Reiseroute sogar mehrfach. Auf deinem Weg sammelst du unendlich viele EindrĂŒcke und Momente: Fröhliche, Traurige, Schmerzhafte, GlĂŒckselige, Ruhige und Impulsive. Und auch wenn du manchmal den Boden unter den FĂŒĂŸen verlierst – wie bei einem Fallschirmsprung – kannst du immer wieder die Reißleine ziehen, sicher auf dem Boden landen und zuversichtlich nach vorne blicken. Niemand schreibt dir vor, wohin du reisen sollst. Du hast jederzeit die Wahl wieder aufzubrechen und neue Orte zu erkunden, wenn es dir an dem, an dem du dich gerade befindest nicht mehr gefĂ€llt. Manchmal ist dazu große Überwindung nötig, gerade wenn man sich besonders hĂ€uslich eingerichtet hat und lange an einem Ort verweilt hat. Doch die restliche Welt steht einem jederzeit offen und erwartet einen mit offenen Armen. Man muss sich nur trauen.

Angst ĂŒberwinden, GlĂŒcksgefĂŒhl erleben

Klar, das ist leichter gesagt als getan. Und in seiner Komfortzone fĂŒhlt man sich ohnehin so geborgen. Doch das GlĂŒcksgefĂŒhl, das einen durchströmt, wenn man diese verlĂ€sst und sich auf neue Abenteuer einlĂ€sst obwohl man Angst und Respekt davor hat, ist all das wert. Das schnelle Herzklopfen, das Kribbeln auf der Haut, die WĂ€rme die einen erfĂŒllt.

Frag dich also nicht, was das Ziel deiner Reise ist, sondern vielmehr, welchen Ort du als nÀchstes sehen, welche Erfahrungen du machen und welchen Menschen du begegnen möchtest.

Und? Was sagt dein Herz?